Du hast in diesem Kapitel ein vollständiges Anwendungsfalldiagramm Schritt für Schritt aufgebaut – von der ersten Alltagsfrage bis zur Generalisierung zwischen Akteuren. Zeit für eine kompakte Zusammenfassung.
| Element | Notation | Bedeutung |
|---|---|---|
| System | Beschriftetes Rechteck | Systemgrenze – alles darin gehört zum System |
| Akteur | Strichmännchen / <<Actor>> | Rolle außerhalb der Systemgrenze |
| Anwendungsfall | Ellipse | Handlung, die das System für einen Akteur erbringt |
| Assoziation | Linie ohne Pfeilspitze | Akteur nutzt Anwendungsfall |
| Einbindung «include» | Gestrichelter Pfeil | Immer, unbedingt eingebunden |
| Erweiterung «extend» | Gestrichelter Pfeil (umgekehrt) | Nur unter Bedingung erweitert |
| Generalisierung | Linie mit hohler Pfeilspitze | Spezialisierung zeigt zum Allgemeinen |
Erinnere dich an Lektion 4.1: Jedes Anwendungsfalldiagramm beantwortet gleichzeitig vier Fragen – welchen Kontext das System hat, welche funktionalen Anforderungen es erfüllt, welche System-Benutzer-Interaktionen stattfinden und welcher grobe Ereignisfluss dahintersteckt.
Unser Verwaltungssystem der Hundepension vereint mittlerweile alle Notationselemente: die Akteure Hundebesitzer, Pensionsmitarbeiter und Tierarzt (Letztere beide spezialisiert aus „Mitarbeiter“), die Anwendungsfälle „Hund anmelden“, „Hund abholen“ und „Gesundheitscheck durchführen“ (der per «include» immer mitläuft) sowie „Notfallbehandlung veranlassen“ (der «extend» nur bei Auffälligkeiten ergänzt).
Damit lässt sich das gesamte Kapitel in einem Satz bündeln:
Ein Anwendungsfalldiagramm beschreibt bewusst oberflächlich, welche Rollen mit welchen Handlungen eines Systems in Beziehung stehen – nie, wie diese Handlungen technisch umgesetzt werden.
Damit ist Kapitel 4 abgeschlossen. In Kapitel 5 wenden wir uns einer neuen Diagrammart zu, die zeigt, wie Abläufe innerhalb eines Anwendungsfalls im Detail ablaufen.