Stell dir vor, du sollst jemandem ganz genau erklären, wie du an einem gewöhnlichen Morgen dein Haus verlässt. Kein Problem, oder? Du erzählst es einfach der Reihe nach.
Du wachst auf. Du stehst auf. Du machst dir einen Kaffee – und während der Kaffee kocht, putzt du dir gleichzeitig die Zähne. Danach ziehst du dich an. Falls es draußen regnet, nimmst du einen Regenschirm mit, andernfalls lässt du ihn zu Hause. Schließlich verlässt du das Haus.
So unscheinbar diese kleine Geschichte wirkt – sie steckt voller Struktur. Schau sie dir noch einmal genauer an:
Jeder einzelne Schritt – „aufstehen“, „Kaffee machen“, „Regenschirm mitnehmen“ – ist ein konkretes Verhalten, das etwas verändert. In der UML nennt man so einen Schritt eine Aktion. Die gesamte Morgenroutine als zusammenhängender Ablauf heißt Aktivität.
Eine Aktivität beschreibt, was in einem Ablauf passiert – in welcher Reihenfolge, unter welchen Bedingungen und welche Schritte dabei parallel zueinander laufen.
Genau solche Abläufe – ob Morgenroutine, Bestellprozess oder technischer Algorithmus – lassen sich in der UML mit einem eigenen Diagrammtyp festhalten: dem Aktivitätsdiagramm.
In diesem Kapitel lernst du Schritt für Schritt, wie man Abläufe wie diesen sauber und eindeutig als Aktivitätsdiagramm zeichnet. Als durchgehendes Beispiel begleitet uns dabei die Hundepension, die du schon aus dem Anwendungsfalldiagramm kennst.