Anwendungsfälle stehen nicht nur mit Akteuren in Beziehung – sie können auch untereinander verknüpft sein. Die erste dieser Beziehungen ist die Einbindung, gekennzeichnet durch das Schlüsselwort «include».
Ein Anwendungsfall kann einen anderen Anwendungsfall immer und unbedingt einbinden. Läuft der Basis-Anwendungsfall ab, läuft der eingebundene Anwendungsfall zwangsläufig mit – ohne Ausnahme, ohne Bedingung. Include eignet sich damit hervorragend, um wiederkehrende Teilabläufe auszulagern, die in mehreren Anwendungsfällen gleich ablaufen.
Die Beziehung wird als gestrichelter Pfeil gezeichnet. Der Pfeil zeigt vom Basis-Anwendungsfall zum eingebundenen Anwendungsfall – die Pfeilspitze sitzt also beim eingebundenen Anwendungsfall, beschriftet mit «include».
Der Pfeil zeigt von unten (Basis: „Hund anmelden“) nach oben (eingebunden: „Gesundheitscheck durchführen“) – die Pfeilspitze berührt den eingebundenen Anwendungsfall, nicht den Basis-Anwendungsfall.
Bei jeder Anmeldung eines Hundes wird immer auch ein Gesundheitscheck durchgeführt – ganz gleich, wie gesund der Hund aussieht. „Hund anmelden“ bindet daher „Gesundheitscheck durchführen“ per «include» ein: Der Basis-Anwendungsfall „Hund anmelden“ ruft zwangsläufig den Anwendungsfall „Gesundheitscheck durchführen“ auf.
Die Pfeilrichtung wird häufig vertauscht. Der Pfeil zeigt nicht vom eingebundenen zum Basis-Anwendungsfall, sondern umgekehrt: vom Basis-Anwendungsfall (der die Einbindung auslöst) zum eingebundenen Anwendungsfall (der zwangsläufig mitläuft). Ein zweiter häufiger Fehler: include für Beziehungen zu verwenden, die nur manchmal zutreffen – dafür gibt es «extend», das du in Lektion 4.6 kennenlernst.
Halte den Kern der Beziehung kurz fest:
«include» bedeutet: immer, ohne Ausnahme. Der Pfeil zeigt vom Basis-Anwendungsfall zum eingebundenen Anwendungsfall.
Was aber, wenn ein Anwendungsfall nur manchmal, unter einer bestimmten Bedingung, mitläuft? Genau dafür gibt es die zweite Einbindungsart: In Lektion 4.6 lernst du «extend» kennen.