Aus der Morgenroutine der letzten Lektion nehmen wir den Fachbegriff Aktivität mit. Jetzt ordnen wir das dazugehörige Diagramm sauber in die UML ein und klären, wozu es eigentlich gut ist.
Aus Kapitel 3 kennst du das Klassendiagramm: Es zeigt, welche Klassen es gibt und wie sie zueinander stehen – eine statische Sicht auf ein System, die sich über die Zeit nicht verändert. Das Aktivitätsdiagramm liefert das Gegenstück dazu: eine dynamische Sicht. Es zeigt, was im System passiert und in welcher Reihenfolge.
| Klassendiagramm | Aktivitätsdiagramm | |
|---|---|---|
| Sicht | Statisch (Struktur) | Dynamisch (Verhalten) |
| Leitfrage | Was gibt es? | Was passiert wann? |
| Zeigt | Klassen, Attribute, Beziehungen | Aktionen, Reihenfolge, Bedingungen |
Auch das Anwendungsfalldiagramm aus Kapitel 4 kennt bereits eine Art Handlung – aber nur grob, auf der Ebene ganzer Anwendungsfälle. Das Aktivitätsdiagramm zoomt hinein und zeigt, wie ein solcher Ablauf im Detail Schritt für Schritt funktioniert.
Ein Aktivitätsdiagramm ähnelt einem klassischen Programmablaufplan (Flussdiagramm). Der Unterschied: Es ist Teil der UML und lässt sich damit einheitlich neben Klassen- und Anwendungsfalldiagrammen desselben Systems verwenden.
Aktivitätsdiagramme begleiten ein Projekt durch mehrere Phasen:
| Phase | Nutzen |
|---|---|
| Analysephase | Beschreibung von Geschäftsprozessen und Tätigkeiten |
| Entwurfsphase | Darstellung zu entwickelnder Algorithmen |
| Testphase | Grundlage für Testszenarien und aussagekräftige Dokumentation |
Ein Hund wird morgens in der Hundepension abgegeben. Er wird begrüßt und kurz vom Tierarzt untersucht. Anschließend wird er betreut, bis der Besitzer ihn am Abend wieder abholt. An diesem Ablauf werden wir in den nächsten Lektionen Stück für Stück alle Notationselemente des Aktivitätsdiagramms kennenlernen.
Als Nächstes schauen wir uns an, womit ein Ablauf überhaupt beginnt und endet: Start- und Endknoten.